Die Herkunft des Gins – Einer der größten Irrtümer weltweit

Woher kommt Gin eigentlich?! Hattet ihr diese Diskussion nicht auch schon im Bekanntenkreis? Die meisten verbinden Gin mit England, Irland oder gar Schottland.

Dass Gin tatsächlich aus den Niederlanden (den heutigen Benelux-Ländern) stammt, wissen wahrscheinlich nur wenige. Wilhelm von Oranien-Nassau, der im 17. Jahrhundert Wilhelm III. König von England wurde, brachte damals den Gin nach England mit. Dort entwickelte sich auch der ursprüngliche Name „Genever“ bzw. „Genièvre“ zum heutigen Begriff „Gin“.

Mit dem neuen König begann damals auch ein neues Zeitalter für den Gin in England. Er förderte die Produktion von englischen Spirituosen, wie kein anderer zuvor. So durfte z.B. jeder Gin destillieren, ohne eine Genehmigung dafür zu haben. Außerdem erhöhte er die Importzölle von ausländischen Spirituosen, wie Wein oder Brandy. Später folgten dann auch hohe Steuern auf Bier oder Wein. All dies führte dazu, dass die Gin-Produktion in England förmlich explodierte. So gut wie jeder versuchte sich damals als Gin-Brenner.

England im Gin-Rausch

Die Jahre danach befand sich England in einem Art Rauschzustand. Da Gin günstig und überall verfügbar war, verschlechterte sich auch zunehmend die Qualität. Oftmals wurde der aus billiger Getreide gewonnene Alkohol mit Terpentinöl oder verdünnter Schwefelsäure gestreckt. Später fügten die unwissenden Brenner dann Unmengen an Zucker oder Rosenwasser hinzu, um den schlechten Geschmack zu überdecken.

Der Gin-Konsum stieg enorm an und erreichte im Jahr 1733 einen unglaublichen Jahresverbrauch von 47 Millionen Liter! Das dies zu negativen Auswirkungen für die Gesellschaft führte, ist wohl naheliegend, wenn der Großteil der Bevölkerung betrunken durch die Straßen irrte. So wurde damals die deutliche Zunahme von Verbrechen, Prostitution sowie eine wachsende Sterberate und ein zunehmender Geburtenrückgang dem Gin zugeschrieben.

Nachdem der hohe Gin-Konsum nach und nach zum Zerfall der englischen Gesellschaft führte, wurden von der Regierung Gesetze zur Reduzierung des hohen Gin-Verbrauchs erlassen. Insgesamt wurden zwischen 1729 und 1751 acht verschiedene Gin-Gesetze, die sogenannten „Gin Acts“ verabschiedet. Langsam verbesserte sich dadurch die Qualität und auch die Preise stiegen wieder etwas an. Nach und nach gewann Gin wieder an Ansehen in der Gesellschaft, so dass die Gin-Epidemie Ende des 19. Jahrhunderts dann langsam abflachte.

Der allerste Gin Tonic

So viel zur Herkunft von Gin. Doch wie kam es zum weltweit bekannten Gin Tonic?

Um Malaria vorzubeugen sollte die britische Kompanie, die Anfang des 19. Jahrhunderts in Indien stationiert war, damals Chinin einnehmen. Um die tägliche Dosis etwas genießbarer zu machen, wurde ein bisschen Wasser, Zucker und Limetten hinzugefügt. Irgendwann folgte dann noch ein Schuss Gin und schwups war der erste Gin Tonic geboren.

Zum ersten Mal als Getränk verkauft, wurde das Tonic im Jahr 1858. Der britische Kaufmann Erasmus Bond hatte den richtigen Riecher und produzierte ein mit Kohlensäure angereichertes flüssiges Tonic. Anfangs galt Tonic als Medizin, kurze Zeit später durfte es dann in keiner Hausbar mehr fehlen.

Gin heute

Seit ein paar Jahren ist Gin nun wieder in aller Munde. Und zwar mehr denn je! Allein in Deutschland gab es im Jahr 2018 180 verschiedene Gins. Neben großen Firmen wie Monkey 47 oder Siegfried, gibt es auch viele kleine Hausbrennereien, wie z. B. unsere MUNDART Destillerie im Kaiserstuhl, die qualitativ hochwertigen Gin noch handwerklich herstellen und von Hand abfüllen.

Gemeinsam mit einem passenden Tonic Water, gilt Gin Tonic als das perfekte Paar. 

So perfekt, dass man es kaum zu trennen vermag…

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Literatur

  1. Gin & Tonic – Das ultimative Handbuch für den perfekten Mix, Frederic Du Bois & Isabel Boons, September 2016
  2. https://www.gin-liebhaber.de/gin-geschichte-herkunft

 

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